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Was ist eine Anwartschaftsversicherung?

Bei einer Anwartschaft handelt es sich um das Recht, eine Krankenversicherung wiederaufleben oder in Kraft treten zu lassen. Damit werden Rechte in Zeiten gewahrt, in denen Leistungen der Krankenversicherung vom Versicherten nicht benötigt werden. Zu diesen Zeiten zählen zum Beispiel Zeiten der Wehrpflicht, die gesetzlich anderweitig abgesichert sind. Mit Beginn der Leistungspflicht im Anschluss an derartige Zeiten erfolgt die Behandlung des Versicherten so, als hätte die Krankenversicherung fortlaufend bestanden.

Kleine und große Anwartschaft

Bei der Anwartschaftsversicherung handelt es sich im Prinzip um eine Art der Tarifgestaltung, bei der für einen späteren Zeitpunkt ein im Voraus bestimmter Versicherungsschutz zugesagt werden kann. Es spielt dabei keine Rolle, inwieweit sich der Gesundheitszustand des Versicherten verändert. Dabei wird zwischen der kleinen und der großen Anwartschaft unterschieden. Bei der kleinen Anwartschaft werden Krankheiten, die während der Anwartschaftszeit aufgetreten sind, in den Versicherungsschutz mit einbezogen. Bei der großen Anwartschaft erfolgt zusätzlich die Beitragsberechnung nach dem ursprünglichen Eintrittsalter.

Eine Anwartschaftsversicherung ermöglicht, sich früh schon umfangreichen PKV-Schutz für später zu sichern, ist aber natürlich nicht kostenlos © Doc RaBe / Fotolia

Eine Anwartschaftsversicherung ermöglicht, sich früh schon umfangreichen PKV-Schutz für später zu sichern, ist aber natürlich nicht kostenlos © Doc RaBe / Fotolia

Anwartschaftsversicherung: Konzept aus der PKV

Die Anwartschaftsversicherung findet vor allem in der privaten Krankenversicherung Anwendung, ist aber auch in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung zu finden.

Generell ist der Beitrag für eine Anwartschaftsversicherung günstiger, als der Beitrag, der bei Leistungspflicht zu zahlen ist. Er beträgt je nach Art der Anwartschaft, Geschlecht der versicherten Person sowie der Art des Versicherungsvertrages zwischen 5 und 25 % des bisher bezahlten Beitrags. Solange eine Anwartschaft besteht, entfällt für den Versicherten aber der Leistungsanspruch.

In der Regel ist der Beitrag zur Anwartschaftsversicherung so bemessen, dass Alterungsrückstellungen aufgebaut werden können und Verwaltungskosten gedeckt sind. Nur so kann der Versicherungsvertrag mit dem Beitrag zum ursprünglichen Eintrittsalter weitergeführt werden.

Gerade in der privaten Krankenversicherung bietet die Anwartschaftsversicherung die Möglichkeit, den Versicherungsschutz später in eine private Krankheitskostenvollversicherung umzuwandeln. Ein erneute Risikoprüfung entfällt in diesem Fall, so dass der vorherige Versicherungsschutz auch bei Verschlechterung des Gesundheitszustands weiter besteht, ohne dass ein Risikozuschlag erhoben wird

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